Walk and Talk

 

Seit einer Woche plage ich mich mit dem Gedanken, dass ich evtl. eine Schwangerschaftsdiabetes entwickelt habe. Mir ist sehr wohl bewusst, dass das kein Weltuntergang wäre. Und doch verunsichert es mich und macht mir Angst. Und es trübt meine Stimmung enorm. Die Empfehlung der Hebamme: Ernähre dich bis zum großen Zuckertest ohne Zucker und bewege dich viel. Leichter gesagt als getan. Das mit dem Zucker fällt mir so gar nicht leicht. Und seit dem ich ihn nicht mehr essen soll, ruft er förmlich meinen Namen und lädt mich zum Naschen und Sündigen ein. Bisher konnte ich – zwar schweren Herzens – ablehnen. Das mit der Bewegung ist da schon etwas leichter. Und was mir noch viel mehr hilft, ist mein „Walk and Talk“ mit einer lieben Mama aus der Nachbarschaft. Wann immer wir es einrichten können, gehen wir eine große Runde spazieren und sprechen uns dabei alles Mögliche von der Seele. Jedes Mal, wenn ich zu Hause ankomme, ist die mal größere und kleinere schwarze Regen- und Gewitterwolke über meinem Kopf einem blauen klaren Himmel gewichen. Erst heute Morgen ist mir wieder bewusst geworden, wie wertvoll mir diese gesprächigen Runden sind und dass das eine meiner Stützen im Alltags-(Mami)-Dasein ist – der Austausch mit Menschen, die in der gleichen Situation stecken und vor denen ich keine Maske aufziehen muss. Ich gewinne dabei neue Perspektiven und kann mir so manches Thema einfach von der Seele reden und in dem Falle auch laufen.

 

 

 

Seit der Schwangerschaft und ihren begleitenden Veränderungen stehe ich oft vor dem Punkt, an dem ich Themen, Gedanken, Sorgen und Ängste einfach los lassen will. Denn sie bündeln so viel Energie und Kraft. Was mir dabei hilft ist, mich auf meine Stützen, Stärken und Ressourcen zu fokussieren. Seien es Personen, Charaktereigenschaften, Erlebnisse oder auch Gegenstände. Das Gefühl von Ruhe, Frieden und Zuversicht stellt sich ein und manchmal sogar Sicherheit.

 

 

 

Hast du Lust es auszuprobieren? Dann hole dir Papier und Stift und schreibe auf einen Zettel, was dich gerade beschäftigt. Vielleicht ein Konflikt oder eine Sorge? Nun nimm dir weitere Zettel und überlege dir, was oder wer dich in dieser Situation trägt, stützt oder hält und lege die Stützen um dein „Los lass Thema“. Wie fühlt sich das an? Bist du überrascht, wer oder was dir alles zur Seite steht oder wie viel Ressourcen in dir selbst stecken? Wenn es dir danach ist, zerreiße, verbrenne oder vergrabe den „Los lass Zettel“, um dem Ganzen noch einen symbolische Kraft zu geben. Ich bin mir sicher, dass sich in deiner Sichtweise etwas verändert hat und wenn nicht sofort, dann vielleicht morgen.

 

 

 

Deine Kathi